Bundesligaskandal Gold

Klub der Autoren (VORSCHAU Version)
Suche
  Home | Suche | | Leser | Autoren    
Bundesligaskandal Gold nach Themen
· Afrika und anderswo
· Bundesliga
· Die Nationalmannschaft
· Doping, Schiebung und andere Skandale
· Frauen und Fussball
· Fussballbusiness: G14, FIFA, Kirch und andere Verschwörungen
· Kurzgeschichten, Serials und Lyrik
· Mein Bundesligaskandal Thema
· Musik, Literatur, Comics, Kunst
· Radio und TV: Die Fussball-Reportage
· Real Madrid - ein Mythos und andere Klubs
· Satire
· Spiele die ich nie vergesse
· Stars und Sternchen: Effenberg & Co.
· Trainer und Schiris: Von Sündenböcken oder modernen Clowns?
· Visionen: Fussball in naher Zukunft
· WM 2006
· WM 2010

Bundesligaskandal Gold
· Home
· Leserclub
· Beitrag schreiben
· Suche
· Umfragen
· Kontakt

SPEZIAL
· African Nations Cup 2004
· Vorschau
· GRUPPE A
· GRUPPE B
· GRUPPE C
· GRUPPE D
· VIERTELFINALE
· HALBFINALE
· 3.PLATZ
· FINALE
· Statistiken
· TV und andere Medien

Geschrieben am 2006-02-02 17:56:44 von Bundesligaskandal  

Zeitsprung. Von dem Real Madrid, dass einst das vorhergehende Essay inspirierte ist nur noch der FC Barcelona übriggeblieben. Oder besser: wiederauferstanden.

Wiederauferstanden aus den Erinnenungen an den totalen Fussball der Cruyff-Äre, heute wieder zelebriert mit fast noch grösseren Extremkünstlern Eto'o, Deco, Ronaldinho und Messi statt Stoichkov, Laudrup und Romario und jeweils einer püerfekzt kooperierenden Mannschaft als Basis.

Ein Glücksfall das jener FC Barcelona Beckham nicht bekam und als Trost für seine Fans jenen Ronaldinho verpflichtete, der zu diesem Zeitpunkt das war, was die Galaktischen Weltfussballer der damaligen Gegenwart und Vergangenheit nicht sein konnten: Der Weltfussballer der Zukunft.

Das galaktische Real Madrid verglühte an dem Irrsinn, dass es noch heller gehe als hell, dass es noch wärmer gehe als warm. Ähnlich wahnsinnig werdender Herrscher, die in faschistoiden Prunkbauten die Erkenntnis ihrer eigene Unfähigkeit zum Schönen zu zerstören suchen, musste als die Mannschaft die perfekte Mischung hatte, noch ein Star her, noch ein ihn tragender Stützpfeiler gehen.

Das Präsidium, dass sich in dem Spiegel dessen gefiel, was es geschaffen hatte, das Real Madrid mit Real Perez zu verwechseln begann, erteilte dem grossen Philosophen und Macher Valdano den Auftrag, noch mehr Galaxie mit noch mehr Pavon zu vermischen und von letzterem auch noch möglichst wenig.

Valdano, der zu retten versuchte, was er retten konnte, scheiterte mit dem Versuch mit dem Verteidiger Milito die Defensive entscheidend zu stärken. Dieser wurde von den Real Ärzten wegtgeschickt ium eine Stpütze bei Real Saragossa zu werden.

Mitentscheidend für den Niedegang waren aber zwei andere Dinge: Der Schlüsselspieler Makelele, wichtigster Partner von Zidane wurde ignoriert, verschmäht und nach Chelsea getriueben, woman um ihn herum ein neues erfolgreiches Imperium baute.

Und: Aus der Saison mit Queiroz wurden die falschen Konsequenzen gezogen und werden es heute noch. Seitdem irrt RealMadrid wie eine Motte von Licht zu Licht, agiert, reagiert, uhnd zerstört die eigene aufgebaute Linie mit Perfektion und Unterstützung der Medien, diedie Lichter abwechselnd an- und ausknipsen.

Begonnen hatte es ein Jahr vor der Queiroz-Verpflichtung, in der letzten del-Bosque Saison.
Das perfekte Gebilde aus Stars, ehrgeizigen Spielern und ein bische Nachwuchs, dass Europa begeistert hatte, wurde um Ronaldo ergänzt.

Obwohl Ronaldo in der folgenden Saison neben Makelele Schlüsselspieler werden sollte (gegen Manchester United sorgte er allein für das Weiterkommen, beim Ausscheiden gegen Juventus waren sowohl er als auch Makelele angeschlagen bzw. verletzt), begann die Konstruktion hier bereits sich in eine ungünstige Entwicklung zu bewegen.
Die Selbsterneuerung des Spilstils und Siegeswillens durch das Gerüst arbeitender, ehrgeiziger Spieler, die ihren Platz in der Mannschaft erkämpft hatten, begann zurückzugehen und ein Effekt, den man die 'Harlem Golobetrotteriesung' nennen möchte begann zusammen mit einer ungünstigen Evolution des Spilstils, den man eben genauso nennen möchte, zu wirken.

Man wurde Meister, jedoch mit einer sehr niedrigen Punktzahl, also nicht aus eigener Kraft sondern dank der Schwäche der Konkurrenz, die in jenem Jahr lediglich aus dem biederen Real San Sebastian bestand. Die Symptome wurden erkannt, die Massnahmen aber nach der Politik der Galaktisierung ausgerichtet. Nicht in der Zusammenstellung der Mannschaft sondern in der Optimierung des Trainerstabes und der Modernisierung der Methoden wollte man sein Heil suchen.

Um diese vorgegebene Linie zu erfüllen, engagierte Valdano Carlos Queiroz als Trainer. Die medizinische Abteilung war mittlerweile aufs Modernste wie beim Vorbild AC Milan optimiert, um zu garantieren, dass die Galaktischen mit möglichst wenig Verletzungen und trotz aller Promotion-Werbemassnahmen durchspielen konnten.
Perez hatte Barcelona Beckham weggeschnappt und damit alles was irgendwie bis zu jenem Zeitpunkt als Galaktisch zu bezeichnen war (also gleichzeitig Superfussballer und Popstar) in einem Team versammelt.
Nun überdrehte man die Philosphie der Pavons und Zidanes völlig. Mit einem Kader von 16 Spielern, ergänzt durch punktuelle Hinzunahme von wirklichen B-Mannschaft Akteuren versuchte man nicht nur über die Saison zu kommen, sondern auch noch alle Titel zu gewinnen.

Das Wunder gelang zunächst. Dank der perfekten Trainiungsdosierung blieben nahezu alle Spieler von Verletzungen verschont und im Januar spielte Real noch in allen drei Wettbewerben die dominierende Rolle, auch wenn die ungünstige Evolution der Spielweise weiter zugenommen hatte.

Diese Evolution zeichnet einen Weg von den inspirierten Direktkombinationen der Spieler, so z.B. des auf halblinks imponierenden Dreiecks Zidane-Solari-Makelele zu einer neuen Verhaltensweise: ein Galaktischer bietet sich an erhält den Ball. Jetzt macht er etwas damit, die anderen schauen zu. Er will seine individuelle Stärke einbringen, bevor er den Ball abgibt, hat er ihn mindestens drei, viermal berührt. Immer seltener resultieren Chancen aus schnellen Direktkombinationen mit wenigen Ballberührungen, das Spiel wird langsam und berechenbarer. Schaut man sich Real Madrid und FC Barcelona an, sieht man sofort den Unterschied. Entgegen Klischees liess das läuferische Engagement zumindest bei den meisten Spielern nichts zu wünschen übrig, es fehlte an kooperativer Vision und Inspiration.

Im Januar noch hatte man den FC Valencia im Pokalviertelfinale in zwei Spielen klar dominiert, doch dann begann der Einbruch.
In Spanien werden im Januar/Februar mehrere Pokalrunden in Hin- und Rückspiel ausgetragen und alle Spiele boten für Real schwierige Prüfungen. Die Belastung mit Reisen, ständigen Spielen, und das ohne jegliche Rotation, war enorm gewesen.

Da sich auch niemand verletzte gab es keine Zwangsregeneration. Es ging um das psychische. Plötzlich war die Mannschaft ausgebrannt. Sie hatte von individueller Inspiration überlebt, nicht durch eine Teamvision, denn das Individuelle, die Improvisation der Künstler sollte ja ihre Stärke sein.
Plötzlich waren diese Köpfe leer. Binnen weniger Wochen verlor man alles, hatte überhaupt nichts mehr zuzusetzen und landete auch in der Meisterschaft abgeschlagen auf Rang 4.
Am deutlichsten konnte man diesen plötzlichen Verfall im Meisterschaftsspiel gegen den späteren Meister Valencia, sehen, gegen den man noch in der Pokalrunde einige Wochen zuvor klar dominiert hatte.

Da der galaktische Plan dem galaktischen Ego des Präsidiums entsprach mussten Schuldige gefunden werden. Anstatt jene Probleme und Fehler zu erkennen die zu der ungünstigen Entwicklung geführt hatten (es war schliesslich der erste Versuch seit langem, eine galaktische Mannschaft aufzubauen), also anstatt das Konzept zu verbessern und anzupassen, musste die einzig zur Umsetzung einer solchen Vision kompetente Person, der Fussball-Philosoph Valdano, gehen.

Seitdem herrscht bei Real der panische Zustand der Motte, der eingangs beschrieben wurde. Plötzlich werden Spieler en mass gekauft, mal dieser Typ, mal jener Typ.
Trainer wechseln alle paar Monate, und Philosophien auch. Plötzlich wurde nicht mehr regenerationsorientiert trainiert sondern hart, es gab ständig verletzte Stars, dann wieder anders herum. Bei Valdano hatte man noch den Kauf von Milito verhindert, nun ging man bei Woodgate volles Risiko - er machte kaum ein Spiel. Ganz junge mögliche zukünftige Megastars werden verpflichtet - zu jung um schon heute zu brillieren und in der Gefahr bald schon wieder durch Neueinkäufe verdrängt zu werden.
Real verändert und verändert und nähert sich immer mehrder Philosophie von Inter Mailand: jedes Jahr eine neue Mannschaft, ein neuer Trainer, irgendwann muss es mal klappen.
Man ist dabei auch Spielball der Medien geworden, die immer alles besser wissen und immer alles anders machen würden (wie dieses Essay hier auch).

Die Traum des Galaktischen Real ist lange vorbei. Der Grössenwahn hatte ihn beendet.

In Deutschland, wo noch immer das Paradigma herrscht, dass nur harte Arbeit zu Erfolg führt und harte Arbeit sich genau dadurch auszuzeichnen habe, dass sie unter keinen Umständen Spass beinhalten darf, sowie in Italien, wo der masochastische Trieb zu der Perfektionierung der Erkenntnis nur die hässlichste Taktik könne auch die Gewinnbringenste sein führte, beidesübrigens entfernte Nachfahren der mittelalterlichen (religiösen) Knechtung mittels des Versprechens der gerechten Entlohnung der aufernommenen Qualen im Himmel, in diesen beiden Ländern im Speziellen wurde der (temporäre?) Untergang des Imperiums mit wohlwollender Häme aufgenommen und genüsslich jede Woche in jeder Reportage zelebriert.

Die besondere Ironie: Mit Ronaldinho und Eto'o verfügt ausgerechnet der FC Barcelona über alles das, was Real nicht mehr hat. Man darf gespannt sein wie dort mit dem Glück umgegangen wird...

Topic:   Special:

Real Madrid - Duell der Welten (Teil 2)

Zeitsprung. Von dem Real Madrid, dass einst das vorhergehende Essay inspirierte ist nur noch der FC Barcelona übriggeblieben. Oder besser: wiederauferstanden.

Doch warum?

Druckbare Version Print Version  Verwandte Links:· Artikel von Bundesligaskandal

 
0 Kommentare
[ Keine anonymen Kommentare möglich, bitte zuerst anmelden ]
Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


Bundesligaskandal Gold ist eine technische Lösung um Autoren eine selbstständige Veröffentlichung von Beiträgen zu ermöglichen.
© für die Idee: ifuz.net. Alle Rechte und Verantwortung für die Artikel verbleiben bei den Autoren.
Entwickelt von ifuz.net. Newsübernahme mit backend.php oder ultramode.txt.
[ Aktueller Bundesligaskandal ]  [ Bundesligaskandal ARCHIV ]  [ The Shot That Passed Right Through The Net ]